Produktionstechnik Sachsen 2020
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Wofür braucht die produzierende Industrie 5G?

Kunden und Partner von SQL Projekt sehen wesentliche Potenziale bei der Auswertung von Maschinendaten und der direkten Vernetzung von Unternehmensprozessen

Die Effizienz von Tools zur Erhebung, Speicherung und Auswertung von Daten wird immer mehr über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden

Die Effizienz von Tools zur Erhebung, Speicherung und Auswertung von Daten wird immer mehr über den Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Diese Tools in Form eigener Produkte zu entwickeln oder geeignete Standardlösungen an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anzupassen, ist die Mission des Dresdner Unternehmens SQL Projekt.
Foto: SQL

Das Dresdner Unternehmen SQL Projekt ist IT-Dienstleister für integriertes Informationsmanagement. Von globalen Unternehmen über Organisationen der öffentlichen Verwaltung bis hin zu neu gegründeten Startups – viele datengetriebene Organisationen setzen auf SQL Projekt, um ihre Entscheidungsgeschwindigkeit zu erhöhen. 5G eröffnet hier neue Potenziale.

Stefan Ehrlich, Vorstandsvorsitzender der SQL Projekt AG, betont die neuen Möglichkeiten für die Vernetzung von Systemkomponenten in Fertigungsunternehmen. „Mit 5G entstehen vor allem neue Möglichkeiten für die Vernetzung von Systemkomponenten in Fertigungsunternehmen. 5G ist ein internationaler Standard mit höherer Bandbreite, kürzeren Latenzzeiten und der Möglichkeit, Infrastrukturen flexibler an den konkreten Anforderungen der Kunden auszurichten. Insbesondere der von 5G unterstützte automatisierte Datenaustausch zwischen Maschinen (M2M) ist für Unternehmen vielversprechend – wobei das Wort Maschinen hier verschiedene Arten von Endgeräten oder auch Anwendungen einschließt. Da 5G auch die Nutzung von privaten oder lokalen Funknetzen, sogenannter Campus-Netze, ermöglicht, erwarten wir einen deutlichen Anstieg der Vernetzung fertigungsrelevanter Systemkomponenten bei produzierenden Unternehmen und ihren Kunden.“
Zwei Bedarfe werden laut Ehrlich von potenziellen Kunden und Partnern immer wieder angesprochen: „Beim ersten geht es darum, Sensordaten von Maschinen zu sammeln und auszuwerten. Der zweite Bedarf findet sich in der direkten Vernetzung von Planungs- und Steuerungs-Software wie ERP- oder CAD-Systeme mit den Steuergeräten der Produktionsmaschinen.“

Echte Verkabelung immer noch die sicherste Datenaustauschvariante, aber auch die aufwändigste

Der SQL-Chef betont, dass 5G im Fertigungsumfeld vor allem dort Sinn macht, wo noch keine Kabel- oder WLAN-basierte Vernetzung vorhanden ist. „WLAN gilt aktuell auch schon nicht mehr als sicher, der WPA2-Standard wurde geknackt und WPA3 bereits vor der Markteinführung zumindest unter Laborbedingungen ebenfalls. Grundsätzlich gilt eine echte ‚Verkabelung’ immer noch als die sicherste Variante für den Datenaustausch, aber auch als die aufwändigste und unflexibelste.“

Stefan Ehrlich (r.), Vorstandsvorsitzender von SQL im Gesprächen auf der Hannover Messe 2019.

Potenzielle Kunden und Partner sehen zwei Bedarfe bei 5G: das Sammlen und Auswerten von Maschinendaten. Der zweite Bedarf findet sich in der direkten Vernetzung von Planungs- und Steuerungs-Software wie ERP- oder CAD-Systeme mit den Steuergeräten der Produktionsmaschinen, hat Stefan Ehrlich (r.), Vorstandsvorsitzender von SQL, u. a. in Gesprächen auf der Hannover Messe 2019 erfahren.
Foto: SQL

Mehr vernetzte Endgeräte, höhere Bandbreite, kürzere Antwortzeiten

Befragt zu den Möglichkeiten und Grenzen von 5G-Technologie sagt Stefan Ehrlich: „Mal ganz fokussiert und technisch gesprochen, geht es um eine bessere Vernetzung. Besser heißt mehr Endgeräte, höhere Bandbreite, kürzere Antwortzeiten. Die Grenzen werden anfänglich durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen wie Personal und Geld definiert. Weiterhin müssen wir abwarten, wie schnell die neuen Potenziale und Möglichkeiten in echte tragfähige Geschäftsmodelle umgesetzt werden können. Und wie bei anderen, früheren neuen Standards wird auch die technische Spezifikation von 5G bald ausgereizt sein und wir freuen uns auf 6G.“

Ergänzende Sicherheitsmechanismen werden gebraucht

Bezüglich der Sicherheitsrisiken bei der 5G-Mobilfunktechnologie schätzt der SQL-Vorstandsvorsitzende ein: „Bei der Entwicklung von 5G wurde viel Wert auf Sicherheit gelegt. Schon der Ansatz von privaten 5G-Netzen zeigt hier die grundsätzlichen Überlegungen. Wie mit jeder neuen Technologie wird es aber auch bei 5G nur eine Frage der Zeit sein, bis erfolgreiche Hacks zum Sicherheitsrisiko werden. Das heißt, dass ergänzende Sicherheitsmechanismen auf anderen Ebenen benötigt werden. Hier spielt die für den Datenfluss eingesetzte Integrationssoftware eine wichtige Rolle.“

Autor: Tino M. Böhler, Dresden

www.sql-ag.de