Produktionstechnik Sachsen 2020
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Positionieren für zukünftige Herausforderungen

Samag Gruppe strukturiert Unternehmen um und errichtet Neubau für Maschinenbau-Bereich

Seit Dezember 2017 ist Christian Kleinjung (r.) Geschäftsführer der Samag Gruppe. Martin Hüttmann führt den seit dem 1. Januar 2020 eigenständig agierenden Geschäftsbereich Maschinenbau der Gruppe.

Seit Dezember 2017 ist Christian Kleinjung (r.) Geschäftsführer der Samag Gruppe. Martin Hüttmann führt den seit dem 1. Januar 2020 eigenständig agierenden Geschäftsbereich Maschinenbau der Gruppe.
Foto: Samag

Die Samag Gruppe Saalfeld, Hersteller leistungsfähiger Werkzeugmaschinen und Serienfertiger von Automotive- und Industrie-Komponenten, stellt sich für zukünftige Herausforderungen neu auf.

Wesentlicher Baustein dafür ist „eine sortenreine und auf die jeweiligen Stärken ausgerichtete Aufstellung der einzelnen Bereiche zu realisieren“, wie Christian Kleinjung, Geschäftsführer der Samag Gruppe, betont. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören in Saalfeld die Serienfertigung, die Kleinserie und die mechanische Fertigung. Am Standort Gera ist es die AGA Zerspanungstechnik Gera GmbH sowie weiterhin die Samag Truck Components GmbH in Königsee-Rottenbach. Für das Geschäftsfeld Maschinenbau trägt Martin Hüttmann seit Januar 2020 als geschäftsführender Gesellschafter die volle unternehmerische Verantwortung.
Mit der Neustrukturierung will Samag gezielt auf die Anforderungen der Märkte reagieren und deutlich auf die Stärken fokussieren. „Natürlich ist eine klare Struktur auch mit einer klaren räumlichen Trennung verbunden. Dies ist notwendig, um für alle Bereiche die richtigen Rahmenbedingungen und damit verbunden auch Wachstum zu ermöglichen. Der Optimierung von Schnittstellen, Prozessen und insbesondere der logistischen Abläufe gilt hier das Hauptaugenmerk. Vor diesem Hintergrund wurde bereits vor einiger Zeit ein Standortkonzept entwickelt. Ein Kernpunkt dieses Konzeptes ist der Neubau für den Samag Maschinenbau. Hierfür konnten wir bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH ein Grundstück reservieren – auf der grünen Wiese in Saalfeld Watzenbach und mit optimalen logistischen Bedingungen. Nach Vorliegen aller Genehmigungen rechnen wir mit etwa einem Jahr Bauzeit. Für den Sommer 2021 ist der Umzug angedacht“, informiert Christian Kleinjung.
Zu den inhaltlichen Ausrichtungen des Maschinenbaus sagt Martin Hüttmann: „Wir werden einen klaren Fokus auf Qualitätsanforderungen des Maschinenbaus legen, effiziente Abläufe gestalten und Entscheidungswege verschlanken. Durch die Verkürzung der Durchlaufzeit werden wir eine höhere Wirtschaftlichkeit erreichen und somit mehr Umsatz schaffen. Außerdem sollen einzelne Geschäftsbereiche besser vernetzt werden, sodass Kundenanfragen in kürzeren Zeiträumen als bisher bearbeitet werden können.“
Das Produktportfolio, das aus mehrspindligen horizontalen Bearbeitungszentren, kombinierten Tiefbohr- und Fräsbearbeitungszentren sowie Mehrspindel-Tiefbohrmaschinen und Sondertiefbohrmaschinen besteht, soll beibehalten werden. Die marktgerechte Weiterentwicklung und Detailverbesserung stehen im Vordergrund. Zusätzlich sind Automatisierungsmöglichkeiten angedacht, die kundenindividuell angepasst werden. Für die Tiefbohrmaschinen und Tiefbohr-Fräszentren der TFZ-Baureihe sind einige Erweiterungsoptionen geplant, beispielsweise mit Blick auf die Schwerlastautomation oder auf die Werkzeugwechselkapazitäten.

Tiefbohr-Fräsbearbeitungszentrum aus der TFZ-Baureihe von Samag.

Tiefbohr-Fräsbearbeitungszentrum aus der TFZ-Baureihe von Samag. Zum Produktportfolio gehören außerdem mehrspindlige horizontale Bearbeitungszentren sowie Mehrspindel-Tiefbohr- und Sondertiefbohrmaschinen.
Fotos: Samag

Ein weiterer Punkt ist die Dienstleistung rund um die Maschine. „Hier werden wir unsere Maschinen schrittweise für eine vorausschauende Wartung auslegen und je nach Kundenbedarf verschiedene Lösungen anbieten“, betont Martin Hüttmann.
Auf der Tagesordnung steht ebenfalls die Herausforderung Digitalisierung. „Grundsätzlich ist jedoch mit Blick auf die Kundenanforderungen und die Programmierumgebung des Kunden immer Augenmaß gefragt. Unsere mehrspindligen horizontalen Bearbeitungszentren der MFZ-Baureihe sind mit Siemens-Steuerungen ausgerüstet, unsere TFZ-Anlagen mit Heidenhain-Steuerungen. Entsprechend greifen wir in der Zusammenarbeit mit diesen Steuerungsherstellern auch aktuelle Features wie den umati-Schnittstellenstandard auf und setzten diese für Kundenanforderungen um. Bereits seit einiger Zeit bieten wir die Unterstützung des State-Monitors von Heidenhain, der dem Kunden in Echtzeit den Zustand der Maschinenauslastung aufzeigt“, erläutert Martin Hüttmann.
Befragt zu den globalen Themen der nächsten fünf Jahre sagt er: „Tradition, Leistungsstärke und Qualität der Marke Samag sollen deutlicher am Markt präsentiert werden. Wir wollen zeigen, dass die hohen Anforderungen der Kunden stets im Mittelpunkt stehen und umgesetzt werden. Die Neustrukturierung soll sich am Markt bewähren und zu mehr Wirtschaftlichkeit führen. Zudem planen wir individuelle Erweiterungen für die Tiefbohrmaschinen der TBM-Reihe.“
Für die gesamte Gruppe sieht Christian Kleinjung u. a. die E-Mobilität als neues Thema. „Unser Ziel ist es zudem, den Kundennutzen zu erhöhen, neue Märkte zu erschließen und unsere Netzwerkaktivitäten auf globale Märkte auszurichten.“

www.samag.de

Der Beitrag basiert auf einem Interview der Fachredakteurin für Wirtschaft und Technik, Annedore Bose-Munde, Erfurt.