Produktionstechnik Sachsen 2020
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KraussMaffei setzt auf Schleiftechnologie
von WEMA Glauchau

Konzept des sächsischen Werkzeugmaschinenherstellers überzeugt mit deutlich reduzierten Bearbeitungs- und Aufspannzeiten

Die Partner im Projekt: Werner Hüttinger/Abteilungsleiter KraussMaffei, Ronald Krippendorf/Geschäftsführer WEMA Glauchau, Daniel Bayer/Technologe KraussMaffei (v. l.)

Die Partner im Projekt: Werner Hüttinger/Abteilungsleiter KraussMaffei, Ronald Krippendorf/Geschäftsführer WEMA Glauchau, Daniel Bayer/Technologe KraussMaffei (v. l.)
Foto: Pierre Seidel

KraussMaffei, ein weltweit führender Hersteller von Maschinen für die Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi, war auf der Suche nach einer neuen Schleiftechnologie, um Aufspannvorgänge und damit Bearbeitungs- sowie Nebenzeiten deutlich zu reduzieren. Fündig wurde der innovative Technologieanbieter für Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik beim sächsischen Werkzeugmaschinenhersteller WEMA Glauchau.

Als Begründung für die Wahl des Schleifmaschinenherstellers führt Werner Hüttinger, Abteilungsleiter bei KraussMaffei, an: „Es gibt verschiedene Konzepte für Innen- und Außenschleifoperationen auf dem Markt – das Konzept der WEMA Glauchau hat uns sehr entsprochen, weil wir viele Teile mit verschiedensten Dimensionen bearbeiten, die wir zukünftig in einer oder zwei Aufspannungen schleifen wollen.“
Das Konzept unterscheidet sich zum einen durch den Standrevolver mit drei Innenspindeln. Damit können die Spindeln so ausgelegt werden, dass verschiedene Durchmesser und Größen abgedeckt werden. Zum anderen erlaubt der Werkzeugwechsel eine sehr effiziente Komplettbearbeitung der Werkstücke trotz der unterschiedlichen Werkstückgrößen und Planzeiten. „Dadurch konnten wir Einsparungen in den Bearbeitungszeiten von bis zu 50 Prozent erzielen. Vor allem bei sehr komplizierten Teilen, wo wir vorher Bearbeitungszeiten von 90 Minuten hatten, kommen wir jetzt auf 45 Minuten. Wir konnten die damaligen Aufspannungszeiten komplett halbieren. Allein durch das Aufspannen und Ausrichten der hochpräzisen Werkstücke erzielten wir jetzt riesige Zeitersparnisse“, bestätigt Hüttinger. Zudem ist die Maßhaltigkeit der Teile generell weitaus größer, als wenn nach jedem Arbeitsgang neu aufgespannt werden muss.
Ein weiterer Grund für den Schleifmaschinenhersteller aus Glauchau ist die eigens entwickelte WOB-Oberfläche – eine werkstattorientierte Programmierung. Diese ist in stetigem Austausch mit den Kunden von der WEMA Glauchau erstellt worden. Der Bediener bekommt für seinen Prozess das Optimum an Benutzerfreundlichkeit widergespiegelt. „Softwareseitig konnten damit unsere individuellen Wünsche vollumfänglich erfüllt werden“, ergänzt Hüttinger.

Innen- und Außenschleifen in einer Aufspannung.

Innen- und Außenschleifen in einer Aufspannung.
Foto: Pierre Seidel

Bei klassischen Maschinenkonzepten wird bei der Werkstückeinrichtung sehr viel umgerüstet, bis hin zu den Abrichtern. Wenn ein neues Programm oder Bauteil eingefahren wird und ich beim Umrüsten auch die Position der Abrichter geändert habe, muss ich immer wieder von vorn anfangen und alles anlernen. Demzufolge sind die Rüstaufwände von einem Bauteil auf ein anderes erheblich höher als bei dem Konzept der Wotan Maschinen der WEMA Glauchau. Hier werden ein neues Bauteil sowie ein neues Werkzeug einmal eingefahren, und automatisch ist alles miteinander abgestimmt. Bei 80 Prozent unserer Teile wurde der jetzige Rüstaufwand somit deutlich minimiert (Umspannen und Futterwechsel)“, so Hüttinger.

Bearbeitungsvielfalt und effizienteres Schleifen durch ein integriertes Werkzeugmagazin im Arbeitsraum.

Bearbeitungsvielfalt und effizienteres Schleifen durch ein integriertes Werkzeugmagazin im Arbeitsraum.
Foto: Pierre Seidel

96 Prozent Maschinenverfügbarkeit

Für die Zukunft sehen sowohl KraussMaffei als auch die WEMA Glauchau einer erfolgreichen und nachhaltigen Zusammenarbeit entgegen. Mit den stetig wachsenden Werkstückanforderungen in Hinsicht auf Komplexität und Fertigungsgenauigkeiten besteht die Herausforderung des Anwenders darin, diese Parameter an einen zuverlässigen Maschinenhersteller zu übergeben. Schleifen bleibt ein Zerspanungsprozess mit unbestimmter Scheide und war bisher mit vielen Versuchen verbunden. Die WEMA Glauchau GmbH ist ein mittelständisches sächsisches Maschinenbauunternehmen, dessen Wurzel bis ins Jahr 1883 zurückreichen. Schleifmaschinen höchster Güte und Präzision, von denen bis heute über 10.000 Stück weltweit verkauft wurden, sind die Stärke des Unternehmens.
WEMA Glauchau bietet Maschinen, Technologie und Services aus einer Hand und ist Teil der international ausgerichteten Niles-Simmons-Hegenscheidt Gruppe.

Autor: Pierre Seidel

www.wema-glauchau.de