Produktionstechnik Sachsen 2020
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Ein Standard auf dem Siegeszug

Mit OPC UA leichterer Zugang zu Maschinen und Daten

OPC UA auf Siegeszug: Eine standardisierte und einwandfreie Kommunikation zwischen IT und Maschinen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Digitalisierungsmaßnahmen.

OPC UA auf Siegeszug: Eine standardisierte und einwandfreie Kommunikation zwischen IT und Maschinen ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Digitalisierungsmaßnahmen.
Foto: © Nataliya Hora/Fotolia

Im Maschinen- und Anlagenbau etabliert sich zunehmend der Standard Open Platform Communications Unified Architecture (OPC UA). Der offene Schnittstellenstandard soll die Mechanismen der Zusammenarbeit im industriellen Umfeld definieren. Er befähigt Maschinen- und Anlagenbauer, ihre Fertigung mithilfe der IT herstellerunabhängig digital zu vernetzen.

Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation, vergleicht den Standard mit einem USB-Stecker: „OPC UA ist ein Framework für industrielle Interoperabilität. Das bedeutet, dass man damit standardisiert Daten und deren Bedeutung – also Informationen – über Schnittstellen austauschen kann.“ Thomas Krainz, Mitglied der Geschäftsleitung beim MES-Anbieter Industrie Informatik, setzt auf einen integrierten OPC UA Server. „Stand bei der Nutzung der OPC-Technologie bisher der einseitige Datentransfer von der Maschine in die IT im Fokus, so gehen wir mit der MES-Lösung cronetwork einen Schritt weiter. Mittels integriertem OPC UA Server wird die Weitergabe der Daten an die verschiedensten Empfänger möglich.“
Krainz sieht durch die einheitliche Nutzung des OPC UA-Standards deutliche Vorteile für alle Beteiligten: „Als IT-Unternehmen haben wir eine leichtere Kommunikation in den Projekten, die Effizienz steigt zudem. Automatisierer und Steuerungsspezialisten können sich in Zukunft in den Projekten auch um andere Dinge kümmern und müssen nicht immer an individuellen Schnittstellen arbeiten.“ Bei den Maschinenbauern werde für unterschiedliche Systeme und Dienstleister der Datenzugang leichter. Künftig könnten dadurch weitere Zusatzservices und Dienstleistungen zu den Maschinen entstehen. „Es entwickeln sich neue Services um die Standards herum – und das nicht nur aus Sicht eines MES-Anbieters.“ Durch den leichteren Datenzugriff werde auch die Kommunikation und Integration für alle leichter. Auf Kundenseite schließlich würden sich Zeit- und Kostenersparnisse bei Implementierung und im laufenden Betrieb ergeben.

Adaption in Europa am weitesten fortgeschritten

Nach Ansicht von Experten hat der Industrie 4.0-Standort Deutschland speziell und Europa allgemein im internationalen Vergleich die Nase vorn, was Akzeptanz und Nutzung von OPC UA betrifft. MES-Experte Thomas Krainz betont diese Pole Position: „Speziell im DACH-Bereich wird die OPC UA Technologie stark forciert und hat sich etabliert. Diese drei Länder sind geprägt von Standardisierung und laufender Optimierung.“ Die ins Leben gerufenen Initiativen rund um Industrie 4.0 durch die Politik unterstreichen zudem die Relevanz von OPC UA.

Daten in Echtzeit und auftragsbezogen liefern

Glaubt man aktuellen Umfragen, so ist das Thema Standardisierung die wohl größte Herausforderung bei der Umsetzung von Industrie 4.0-Maßnahmen. Vor allem hinsichtlich Maschinenkommunikation herrscht hier ein wildes Konglomerat an Kommunikationsprotokollen und Treibern. Anlagenspezifische Individuallösungen stehen auf der Tagesordnung. Mit cronetwork MES durchbricht der Softwareanbieter Industrie Informatik diesen Kreis und setzt mit einem integrierten OPC UA-Server auf Standardkommunikation im maschinellen Umfeld.
So können mittels OPC UA-Server auch Daten und Informationen in den Shopfloor zurückgeliefert werden. Ziel dabei ist nicht die Übernahme der Maschinensteuerung, sondern vielmehr die umfassende Datenerfassung inklusive der Maschinen- und Beriebsdaten und die anschließende Weitergabe unter Einhaltung des OPC Kommunikationsstandards – und zwar an die verschiedensten Empfänger entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die möglichen Einsatzgebiete und -szenarien sind dementsprechend vielseitig. „Wir sind in der Lage, sämtliche Daten im MES in Echtzeit und auftragsbezogen dorthin zu liefern, wo sie gerade benötigt werden – egal ob Shopfloor, Steuerungssystem oder interne Logistik“, so Thomas Krainz weiter.
Industrie Informatik schafft mit dem eigenentwickelten Manufacturing Execution System (MES) cronetwork für Unternehmen eine neue Form der Transparenz in ihrer Fertigung und damit die Basis für weitere Optimierungsmaßnahmen – das alles unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungskette.

Autor: Tino M. Böhler, Dresden