Produktionstechnik Sachsen 2020
Online Magazin

Navigation

Digitalisierungs-Hürden ohne „Sturzgefahr“ nehmen

TUCed startet Qualifizierung von Digitalisierungsmanagern – Neues Angebot geht deutlich über Vermittlung
von IT-Kompetenz hinaus

In neue Plasmanitrieranlagen sowie eine Bauteilwaschstraße hat die Plasmanitriertechnik Dr. Böhm investiert.

Mit einem neuen Bildungsangebot qualifiziert die TUCed Digitalisierungsmanager, die fachlich und organisatorisch in der Lage sind, Digitalisierungsprojekte mit einer deutlich über Software-Integration hinausreichenden Kompetenz abteilungsübergreifend zu planen und zu realisieren.
Foto: TUCed/© Kantver | Dreamstime.com

Vielen Unternehmen ist bewusst: Ohne Digitalisierung läuft zukünftig kein Geschäft. Doch die Scheu vor den fachlichen, zeitlichen und emotionalen Hürden schreckt gerade kleine und mittlere Betriebe ab, hier tätig zu werden. Die TUCed An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH bietet einen Weg an, diese Hürden ohne „Sturzgefahr“ zu nehmen. Dafür hat das Institut gemeinsam mit der TU Chemnitz und dem Fraunhofer IWU den neuen Zertifikatslehrgang Digitalisierungsmanager entwickelt. Der erste Kurs soll Ende April 2020 beginnen.

Die Idee zu diesem speziellen Weiterbildungsformat resultiert aus den Erfahrungen, welche die Akteure aus der Mitarbeit im Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Chemnitz gewonnen haben.

Gefragt ist der interdisziplinär agierende Transformator

„Aus den zahlreichen Kontakten wissen wir, dass sich Geschäftsführer und leitende Angestellte produzierender Unternehmen schon mit dem Thema Digitalisierung befassen. Sie vermissen aber einen kompetenten Ansprechpartner, der die Firmenprozesse aus der Gesamtsicht betrachtet und nicht nur als interner oder externer IT-Fachmann draufschaut. Gesucht wird ein interdisziplinär agierender Transformator, der die Unternehmensstrategie und die daraus resultierenden Prozesse und Strukturen versteht und mitentwickelt und auf dieser Basis die passenden digitalen Werkzeuge sowie Vorgehensweisen für einen optimierten Betrieb plant und umsetzt“, beschreibt TUCed-Projektmanager Martin Schuler die Aufgaben eines Digitalisierungsmanagers und betont eine weitere Erkenntnis aus den Gesprächen mit Geschäftsführern: „Es gibt viele Bildungsangebote zur Digitalisierung im Markt, aber kaum eines davon gibt einen Anstoß zum Handeln im Unternehmen.“
Das Angebot der TUCed und ihrer Partner will das ändern. Entwickelt haben sie einen sechsmonatigen Kurs mit je zwei Präsenztagen im Monat. Er ist modular aufgebaut und vermittelt in zwölf Bausteinen Wissen in technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Themenfeldern rund um Digitalisierung. Die Bandbreite reicht vom Modul Digitale Daten, Integration & Vernetzung über Grundlagen Machine Learning, Smarte Fabrik, Projektmanagement oder Rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zu Techniksoziologie & Arbeit 4.0.

Digitalisierungsprojekte übergreifend planen und umsetzen

Der für Fach- und Führungskräfte mit akademischem und nicht-akademischem Abschluss konzipierte Lehrgang versetzt dessen Absolventen in die Lage, Digitalisierungsstrategien mit bzw. für die Geschäftsführung zu erarbeiten, um nachhaltig Optimierungspotenziale in den Unternehmensprozessen zu identifizieren und zu heben. „Digitalisierungsmanager sind fachlich und organisatorisch in der Lage, Digitalisierungsprojekte zu planen und zu realisieren. So unterstützen sie Management und Fachabteilungen bei der Umsetzung von Transformationsprozessen“, verspricht der wissenschaftliche Leiter des Kurses, Prof. Dr. Ralph Riedel.

Technikentwicklungen analysieren und ins Unternehmen transferieren

Darüber hinaus erhalten die Lehrgangsteilnehmer Wissen und Methoden an die Hand, um technische Weiterentwicklungen systematisch zu analysieren und ins Unternehmen zu transferieren. Unterstützt wird diese anwenderorientierte Weiterbildung durch die Nutzung moderner Lehr- und Lernmittel in den Laboren und Forschungsfabriken von TU Chemnitz und Fraunhofer IWU.

Proaktiver Vermittler wird ausgewählt

Wesentliche Voraussetzung dafür, dass das erworbene Wissen zielführend im Unternehmen umgesetzt wird, ist die Auswahl der richtigen Person. „Der Digitalisierungsmanager sollte jemand sein, der nicht nur fachlich fit ist, sondern Dinge proaktiv angeht, zwischen verschiedenen Standpunkten vermitteln kann und für die jeweils optimale Lösung überzeugt“, verweist Martin Schuler auf wichtige soziale Kompetenzen für diese Herausforderung. Dem eigentlichen Lehrgang vorgeschaltet ist deshalb ein Workshop, in dem Interessenten Einblicke in die zukünftige Aufgabe erhalten und auf ihre Eignung hin bewertet werden.

TU-Zertifikat kann erworben werden

Der Lehrgang kann sowohl mit als auch ohne Prüfung abgeschlossen werden. Bei der Variante mit Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat der TU Chemnitz.
Der erste Kurs beginnt Ende April 2020. Für September 2020 bzw. Februar 2021 sind weitere Kurs-Starts geplant.

Mehr Informationen unter:
www.tuced.de/studiengaenge/digitalisierungsmanager