Produktionstechnik Sachsen 2019
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Innovative Dreifachkombination

Metrom-Maschinen verbinden subtraktive und additive Bearbeitungen und sind mobil einsetzbar

Screw Extrusion Additive Manufacturing (SEAM) 5-Achs-High-Speed 3D-Druck.

Screw Extrusion Additive Manufacturing (SEAM) 5-Achs-High-Speed 3D-Druck.
Foto: Metrom

Parallelkinematische Werkzeugmaschinen bieten aufgrund ihrer Konstruktion ein hohes Potenzial, um additive Verfahren wirtschaftlich zu integrieren. Die Metrom Mechatronische Maschinen GmbH Hartmannsdorf, ein Vorreiter bei Entwicklung und Einsatz der Parallelkinematik, treibt neben der Entwicklung mobiler Arbeitsmaschinen auch die Kombination subtraktiver und additiver Technologien in einer Anlage voran.

Für die jüngste Entwicklung hat das Unternehmen Anfang Februar 2019 den 1. Preis der Industriemesse Intec in der Kategorie für Unternehmen bis 100 Mitarbeiter erhalten. Ausgezeichnet wurde eine zukunftsweisende Lösung zur additiven und subtraktiven Herstellung von Kunststoffbauteilen im High-Speed-Verfahren. Herzstück ist eine Extrusionseinheit, die von einer Pentapod-5-Achs-Parallelkinematik angetrieben wird und Kunststoffgranulate zu Bauteilen druckt, beispielsweise Strukturen für den Automobilbau. In der gleichen Aufspannung erfolgt anschließend die Oberflächenbearbeitung. Die Kombination des am Fraunhofer IWU entwickelten 3D-Drucksystems namens SEAM (Screw Extrusion Additive Manufacturing) mit der Metrom-Werkzeugmaschine ermöglicht bislang einzigartige Prozessgeschwindigkeiten von 800mm/s. „Gegenüber dem FDM 3D-Druck ist das Verfahren daher etwa achtmal schneller bei Materialkosten die 100-fach günstiger sind. Alle Werkstoffe, die sich plastifizieren lassen, können damit verarbeitet werden“, beschreiben Susanne Witt, geschäftsführende Gesellschafterin von Metrom, und Vertriebsleiter Marcus Witt die Vorteile dieser Innovation.
Metrom bietet die Kombination additiver und subtraktiver Technologien bereits für metallische Anwendungen an. Auf der Intec zeigte das Unternehmen, wie Lunker in Gussteilen in einer Aufspannung mittels Laserpulverauftragschweißen und Fräsen repariert werden können. Auch für die Instandhaltung von Werkzeugformen sowie weiterer Bauteile lässt sich die Kombination von Auftragschweißen und spanender Bearbeitung zeitsparend nutzen.

Reparaturprozess an einer Motorhaubenpressform mit der Kombination aus Lichtbogen-Auftragschweißen und Fräsbearbeitung.

Reparaturprozess an einer Motorhaubenpressform mit der Kombination aus Lichtbogen-Auftragschweißen und Fräsbearbeitung.
Foto: Metrom

Alleinstellung bei mobilen Maschinen weiter ausbauen

Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil der Metrom-Maschinen: Sie sind nicht nur stationär, sondern ebenso mobil einsetzbar. Aufgrund der Parallelkinematik bestehen sie aus wenigen kompakten Baugruppen und haben im Vergleich zu konventionellen Maschinen nur einen Bruchteil an Eigen- sowie bewegter Masse – bei mindestens gleicher Genauigkeit und Produktivität. Damit können sie beispielsweise von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz versetzt oder weltweit an ihren Einsatzort gebracht werden, um z. B. großformatige Bauteile in der Energietechnik, in der Gießereiindustrie oder im Behälterbau zu bearbeiten. „Auf den Bereich der mobilen Maschinen werden wir uns weiter konzentrieren und die Alleinstellung, die wir hier haben, ausbauen“, verweist Susanne Witt auf eine wesentliche Ausrichtung des 15 Mitarbeiter zählenden Unternehmens.
Metrom ist 2001 als Spin-off aus dem Fraunhofer IWU entstanden und hat mittlerweile rund 60 Maschinen weltweit verkauft. Die Kunden kommen u. a. aus der Gießereiindustrie, dem Werkzeugbau oder der Forschung. Neben Deutschland, dem weiteren Europa, China und Südkorea verstärkt Metrom seine Marktarbeit u. a. in den USA und Russland.

www.metrom-mobil.com