Produktionstechnik Sachsen 2019
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„Der Wandel ist unser ständiger Begleiter“

SITEC baut Kompetenz und Kapazität in Maschinenbau und Serienfertigung gezielt weiter aus

SITEC

Anlagen für Lasermaterialbearbeitung, automatisierte Montageprozesse

Anlagen für Lasermaterialbearbeitung, automatisierte Montageprozesse und elektrochemische Metallbearbeitung sowie die Serienfertigung von Bauteilen und Komponenten (Foto unten) bilden die Hauptgeschäftsfelder der SITEC Industrietechnologie GmbH Chemnitz.
Foto: SITEC

Produktionskomplex

Auf dem Gelände der SITEC Industrietechnologie GmbH in Chemnitz ist ein weiterer Produktionskomplex entstanden. In dem neuen Gebäude konzentriert das Unternehmen sein Geschäftsfeld Serienfertigung und schafft damit gleichzeitig mehr Platz für den Maschinen- und Anlagenbau in den angestammten Werkhallen.

Das Investment in die Unternehmenserweiterung resultiert aus langfristigen Lieferverträgen für Automotive-Komponenten, erklärt Geschäftsführer Dr. Jörg Lässig. SITEC produziert Baugruppen und Komponenten u. a. für Fahrzeugsicherheit und -komfort sowie den Antriebsstrang. Alternative Techniken wie E-Mobilität oder Brennstoffzellenfertigung spielen dabei eine Rolle. „Wir befassen uns bereits seit rund zehn Jahren intensiv mit diesen Themen, die in der Öffentlichkeit jetzt erst richtig wahrgenommen werden. Der damit zum Teil auch sehr panisch heraufbeschworene Wandel erschreckt uns nicht. Wandel ist unser ständiger Begleiter“, sagt Dr. Lässig.

Anlagen für Lasermaterialbearbeitung, automatisierte Montageprozesse

Foto: SITEC

Sich vorausschauend auf Neues einzustellen, resultiert nicht zuletzt aus den Anforderungen im Maschinenbau, denn technologische Veränderungen werden zuerst dort spürbar. „Mit der wachsenden Elektrifizierung im Fahrzeug, die neben dem Motor auch Bremsen, Fahrwerk und weitere Module betrifft, wird mehr Leistungselektronik und damit Kompetenz in der Laserbearbeitung von Kupfer gebraucht. Wir haben uns diese Technologiekompetenz aufgebaut“, betont der Geschäftsführer.
Lasertechnologien sind im „SITEC-Gen“ verankert. Mit Verfahrens- und Anlagenentwicklungen auf diesem Gebiet ist das Unternehmen seit 1991 kontinuierlich gewachsen. Im eigenen Laserlabor werden Neuheiten für Prozesse wie Laserschweißen, Laserschneiden, Laserhärten und Laserstrukturieren entwickelt und erprobt. Jüngstes Beispiel ist die Innovation „Clean Welding by SITEC“, das Laserschweißen im Unterdruck. „Im Vergleich zu konventionell lasergeschweißten Bauteilen treten dabei nahezu keine Schweißspritzer an der Werkstück­oberfläche auf. Das erspart aufwendige Nacharbeit. Schlanke und parallele Schweißnähte sichern außerdem eine qualitativ hochwertige Schweißverbindung mit geringem Verzug. Gleichzeitig werden höhere Einschweißtiefen bei gleicher Laserleistung oder im Umkehrschluss gleiche Einschweißtiefen mit bis zu 50 Prozent geringerer Laserleistung erreicht“, erläutert Dr. Lässig die Vorteile dieses Verfahrens, das sich insbesondere für rotationssymmetrische Bauteile, die vorrangig im Powertrain zum Einsatz kommen, eignet.
Die neue Technologie ist flexibel in SITEC-Lasermaschinen integrierbar. Technologisch führend ist SITEC außerdem bei Anlagen zur Automatisierung von Montageprozessen sowie zur elektrochemischen Metallbearbeitung (ECM). Die Technik kommt für vielfältige industrielle Prozesse zum Einsatz. Neben der Automobilzulieferindustrie hat sich SITEC weitere Anwenderbranchen erschlossen. So plant und realisiert der Sondermaschinenbauer Anlagen für die Herstellung medizinischer Geräte und Instrumente, für alternative Energietechnik und für Elektrotechnik/Elektronik. Die Maschinen und Fertigungslinien arbeiten bei Kunden weltweit.
Mitteleuropa bleibt dabei ein Kernmarkt. „Wir verzeichnen hier eine steigende Nachfrage. Sie resultiert auch daraus, dass Wertschöpfungsprozesse aus anderen Regionen wieder zurückgeholt werden“, so die Erfahrung des Geschäftsführers.
Gefragt sind die Anlagen und Technologien auch in der Serienfertigung im eigenen Haus. Neben Komponenten für den Bereich der neuen Mobilität verlassen weiterhin Teile und Baugruppen für die klassischen Antriebstechnologien den Betrieb. „Hier gibt es nach wie vor ein Riesenpotenzial. Entwicklung und Fertigung in diesem Bereich werden uns noch lange begleiten“, ist Dr. Lässig sicher.

www.sitec-technology.de