Produktionstechnik Sachsen 2019
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Antriebskonzept und Bedienbarkeit sind wichtige Stellschrauben für Produktivität

Teilnehmer des H&T-Anwenderforums diskutierten Kriterien für die Wahl der richtigen Umformtechnik

H und T Anwenderforum

Experten vom Gastgeber H&T sowie von Andritz Kaiser, Werucon und Fuchs-Wisura diskutierten mit den rund 60 Teilnehmern des Branchen- und Anwendertreffens neueste Entwicklungen im Pressenbau, in der Automatisierungstechnik und bei Schmierstoffapplikationen.
Foto: H&T

Über Qualität und Wirtschaftlichkeit der Produktion entscheidet maßgeblich die eingesetzte Technik. Welche Parameter bei Investitionen in Umformtechnik zu beachten sind, darüber tauschten sich Nutzer und Hersteller bei einem Branchen- und Anwendertreffen Ende 2018 im sächsischen Crimmitschau aus. Eingeladen dazu hatte die H&T ProduktionsTechnologie GmbH, ein Unternehmen der Heitkamp & Thumann Group.

Experten vom Gastgeber H&T sowie von Andritz Kaiser, Werucon und Fuchs-Wisura diskutierten mit den rund 60 Teilnehmern neueste Entwicklungen im Pressenbau, in der Automatisierungstechnik und bei Schmierstoffapplikationen. Dabei kristallisierten sich u  a. die Antriebskonzepte sowie die Bedienbarkeit als wesentliche Kriterien bei der Wahl der Pressentechnik heraus. Betrachtet wurden beispielsweise die Vor- und Nachteile von Servospindel- und Exzenterpressen. Beide verfügen über einen dynamischen Antrieb und eine optimale Anpassung an verschiedene Werkzeugtechnologien. Servospindelpressen punkten darüber hinaus mit der Verfügbarkeit der maximalen Presskraft im gesamten Hub­bereich, mit aktiver Wegregelung und höchster Präzision.
H&T hat neben schnelllaufenden mechanischen Stufenpressen eine vollständig auf Servotechnologie basierende Pressenreihe aufgebaut und ist mit dem Konzept der Servospindelpresse zum Technologieführer in diesem Segment gewachsen. „Wir haben die Entwicklung vor rund zehn Jahren begonnen und mit dieser anfangs als exotisch angesehenen Kombination von Spindelpresse und Servoantrieb im Markt Fuß gefasst. Unsere Kunden setzen auf die Servospindelpresse, wenn Teile bzw. Werkzeuge komplexe Geometrien aufweisen und eine hohe Genauigkeit gefordert wird. Höhere Hubzahlen, absolute Stößelparallelität sowie flexibel anpassbare Stößel-Hubhöhen sind weitere überzeugende Argumente“, erklärt Prokurist Mike Gruner. Davon künden mehr als 20 Maschinen, die sich bereits bei Kunden national und international bewähren. Sie kommen als Stufenpresse für komplexe Tiefziehteile, als Stanzautomat oder als Presse für Folgeverbund- bzw. Transferwerkzeuge von der Automotive-Branche über die Bau- und Beschlagindustrie bis hin zur Pharmazie zum Einsatz und werden in Presskraftbereichen von 50 bis 550 Tonnen ausgeführt. „Ursprünglich haben wir mit Maschinen für 65 Tonnen geplant. Die Kunden wollten jedoch schnell Bereiche von 125, 200 oder 300 Tonnen. Aktuell bearbeiten wir eine Anfrage für 600 Tonnen“, verweist Mike Gruner auf die stetig wachsenden Dimensionen und betont: „Vom Know-how her, das auf 65 Jahren Expertise in der Umformtechnik basiert, können wir all diese Wünsche realisieren, denn das Konzept ist modular aufgebaut und skalierbar. Lediglich räumlich stoßen wir mittlerweile an Grenzen, doch auch dieses Problem ist lösbar.“

420-Tonnen-Servospindelpresse inklusive 3D-ServoTransfer, Platinenlader und Bandanlage

420-Tonnen-Servo-spindelpresse inklusive 3D-ServoTransfer, Platinenlader und Bandanlage von H&T.
Foto: H&T

„Die Rapid-Technologien sind ein wichtiger Bestandteil unseres Value Engineering geworden“, betont Thomas Warnatsch. Das Unternehmen, dessen Kernkompetenz in der Produktion hochpräziser Bearbeitungssysteme für das Bohren, Fräsen und Schleifen großformatiger Bauteile für den Maschinenbau, die Wälzlagerindustrie sowie die Antriebstechnik liegt, liefert seinen Kunden weit mehr als „nur“ Maschinen. „Wir verstehen uns als Wegbegleiter für ein neu oder weiter zu entwickelndes Produkt. Der Auftraggeber definiert die Ziele für Funktion und Kosten und wir garantieren, dass diese erreicht werden“, verspricht der Geschäftsführer.
Neben Präzision, Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit beziehen Anwender in ihre Investitionsentscheidung immer öfter das Thema Bedienbarkeit an vorderer Stelle mit ein. „Moderne Pressen sind komplexe Maschinen und erfordern ein hohes Betreiberverständnis. Um die Bedienung zu erleichtern, simulieren wir die Prozesse in Werkzeug, Presse und beim Transfer der Teile virtuell und übertragen die auf diesem Weg ermittelten Einstellwerte in die realen Fertigungsabläufe“, verweist Mike Gruner auf die Potenziale der Digitalisierung zur Entlastung des Bedienpersonals bei der Prozessoptimierung. Zukünftig soll sich die Prozesskette selbst regulieren – mit der selbstlernenden intelligenten Maschine im Zentrum. Weitere Ziele der H&T-Entwicklung sind die Erhöhung der Teilekomplexität und die aktive Beeinflussung der Technologie, u. a. mittels Sensorik, um die Ausbringung zu steigern und Nebenzeiten zu reduzieren.
Neben Pressen entwickeln und produzieren die mehr als 100 Mitarbeiter Automatisierungslösungen wie CNC-Transfersysteme, außerdem High-Speed-Schwenkschneidwerkzeuge sowie Metallbalgmaschinen.

www.ht-pt.com
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